Ljósbrá fra Brúnum (*2014)

Stutbuch 1

(Cremello)

 

 

 

 

Mutter:

 

 

 

Vater:


Ich habe diese junge Stute im Frühjahr 2015 erworben und sie ist im März 2016 zu mir gekommen (und bisher (also den dritten Sommer) ohne Anzeichen von Sommerekzem. Lange hatte ich nach einer jungen Stute von Þórálfur fra Prestsbæ (seit 2017: weltweit mit der höchsten Zuchtbeurteilung: 8,94, seit 2018 "nur noch" Platz 2) geäugt (obwohl ich eigentlich gar kein weiteres Pferdchen mehr wollte - aber dann schlug die Zuchtleidenschaft wider alle Vernunft erneut zu). Ich wollte schon lange einen Nachkommen der großartigen Stute Þoka frá Hólum und insbesondere auch deren Mutter Þrá frá Hólum.

 

Ljósbrá ist eine ausdrucksvolle Stute: kräftig gebaut, dabei mit stimmigen Proportionen; der Rücken ist gut bemuskelt, in der Länge passend, die Aufrichtung ist gut, wobei der Hals recht schön angesetzt ist, aber von der Seite etwas schlanker sein könnte. Da sie ein kräftiges, starkes Pferd ist, fällt das im Gesamtbild nicht weiter auf - aber im Detail entspricht es nicht ganz dem angesagten Zuchtziel. Die Beine sind gut und kräftig. Die Stellung vorne sieht ziehmlich gut aus, hinten ist sie nicht ganz so schön. Über die Hufe - obwohl ja weiß - kann man wahrlich nicht meckern. Was üppiger ausfallen könnte, sind Mähne und Schopf. Und der Kopf passt zwar zu dem Gesamtbild - aber er ist insgesamt etwas grob (finde zumindest ich).

 

Ihre große Stärke: ihr Gangvermögen. Ich denke, dass sie viel von ihrem Vater mitbekommen hat. Sie zeigt überwiegend einen sehr sicheren, taktklaren Trab mit viel Tempovaration und Bewegungsmöglich-keit; wenn sie etwas unter Spannung gerät immer 'mal wieder auch sehr schöne Töltmomente. Bei der Arbeit immer wieder einen sehr guten Schritt und an der Longe und im Freilauf einen ordentlichen, manchmal auch guten Galopp. Wobei der tagesformabhängig mal gut ist - aber auch weniger gut aussehen kann. Und bei der Frage des Rennpasses: Ich hatte Ljósbrá ja als Fünfgängerin gekauft - selbst aber nie Pass gesehen. Und deswegen und weil sie eigentlich wie ein Viergänger läuft, dachte ich mit der Zeit, dass sie wohl doch keinen Pass hat. Das fand ich nicht schlimm, weil sie auch als Viergänger ein gutes Gangpferd wäre. Wie Götz vom Gestüt Norderheide einmal sagte: "Marschieren kann sie!" (Nur mit den blauen Augen kann er sich gar nicht anfreunden ;-) Als Tilfinning angekommen ist und Tumult auf der Weide neben dem Auslauf herrschte: Rennpass - oder ich müsste mich schon sehr versehen haben. Das kann natürlich sein, aber ich glaube nicht. Wow - als Fünfgänger könnte sie sicher mit Bravour eine FIZO absolvieren. Aber sicher kann man das natürlich erst nach dem Einreiten sagen.

 

In die Herde war sie minuten-schnell integriert - das war super. Sie ist mittlerweile sehr verschmust, kommt einem immer wieder entgegen - und würde wahrscheinlich so wie mein Hengst in die Kategorie "Weiberpferd" eingeordnet werden. Sie zeigt auf der Wiese ein mittleres Temperament.

 

November 2017: Erste Spaziergänge ins Gelände und ein wenig Longenarbeit. Sie macht sich gut dabei, aber es ist deutlich, dass sie in ihrem jungen Alter die Chefin der kleinen Herde ist (bei der auch Àrvakur sich keine kleinen Frechheiten zu erlauben wagt ;-) Immer mal wieder stellt sie die Frage, wer der Rang-höhere ist. Das geschieht dabei vollkommen im Rahmen dessen, was ein ordentliches Jungpferd testen darf: statt gleichmäßig vorwärts zu laufen, etwas ruckelnd; auch einmal ein bisschen ziehen, den Ab-stand nicht wahren... Bisher also absolut keine wilden Dinge. Dazu nimmt sie Plastikfolien, Schirme... gelassen hin. Und mit Barfuß ( siehe Bild unten ;-) hat sie im Schritt auch schon die erste kleine Reiterin geduldig er- und getragen :-)

 

Dezember 2018, Anfang Januar 2019. Vorbereitung auf das Reiten (satteln, trensen, aufsteigen, Bodenarbeit in der Bahn und im Gelände.

 

Januar 2019. Absetzen des Fohlens. Pause für die Stute.

 

März / April / Mai: Auffrischen des Gelernten und erstes Anreiten. Die ersten Reitstrecken haben Ljósbrá und ich im Gelände absolviert. Das war einfach und unaufgeregt. Wenn sie etwas nicht versteht, dann bleibt sie eher stehen. Das darf man nicht als Faulheit missverstehen, sondern muss ihr einfach ein bisschen mehr Zeit geben. Wenn sie nämlich weiß, was gemeint ist und das akzeptiert, geht sie fein voran. Ich arbeite wirklich sehr gerne mit ihr. Sie ist mutig und hat einen guten Willen. Und anders als gedacht: Sie möchte mitarbeiten und stellt - bisher zumindest - die Rangordnung mit dem Menschen vorneweg nicht infrage.

 

Mai: Nun kann man schon schöne kleine Ausritte mit Schritt, Trab, Galopp und ganz langsam auch schon etwas Tölt machen. Ein mutiges, williges und auch gehfreudiges Pferd, was in sich ruht, zudem eine ausgezeichnete Leitstute ist, die u.a. in ihrem jungen Alter ihre Herde auch gegen Raubtiere verteidigt. Und war sie als Jungspund durchaus auch mal ein bisschen - türenknallend - so ist sie nun ein Traum und hat für ein Pferd eine enge Bindung zu mir als Mensch aufgebaut. Und die Sympathie beruht auf vollkommender Gegenseitigkeit: ich mag sie sehr gern und so möchte ich sie behalten.

2 Fotos (als Fohlen): Gestüt Holakot

 Schon älter, aber schick:

 Anfang 2018 tragend ca. für Mitte Mai:


Nachkommen (siehe auch Geburten im Grasengrund)

  • 2018: Alvína vom Grasengrund