Segulljós vom Grasengrund (* 2016)


 

Ich glaube, Segulljós wird ein ganz schicker und recht großer Bursche mit der guten Oberlinie seines Vaters und der mühelosen Aufrichtung und der guten Beinstellung der Mutterstute. Während seine Vollschwester Lilja aber mit einem langen, grazilen Hals auf die Welt kam, kommt Segulljós auch hier eher nach Vina. Das ist nicht anerkanntes Zuchtziel, doch beim Reiten war es im Fall von Vina deutlich von Vorteil: immer beweglich, mühelos und eigenständig in Haltung, absolut leicht in der Hand.

Auffällig ist, dass er seine Hinterhand meist sehr stark einsetzt (* was dann im Sommer die Dame vom Zuchtverband auch noch einmal besonders betont hat) und richtig Tempo in allen gezeigten Gängen haben kann. So kann er schöne Bewegungen zeigen - er kann aber auch ganz gemütlich im Schlender- gang seinen Weg gehen. Um also schick zu laufen (und das kann er!), braucht er etwas Spannung. Sonst tüddelt er eben so vor sich her.

Von Anfang an hat er einen wunderbaren, freundlichen Charakter gezeigt. Dazu besitzt er für ein junges Pferd große Gelassenheit. So hatte ich ihn, als es Zeit für die Junghengstherde war, einfach und allein auf den Hänger geführt (von seiner Herde weg!) und bin losgefahren. Und auf dem neuen Hof mit eben ganz neuen Eindrücken: Pferden, Menschen, Geräten... ließ er sich absolut gelassen ausladen und stand erst einmal mit mir auf dem Hof herum. Dabei schaute er sich zwar um - aber eben vollkommen in sich ruhend. Und so ist er auch geblieben. Ein toller Charakter.

 

Ende April 2018: Segulljós hat ein Jahr und ein viertel in einer Junghengstherde verbracht. Nun ist er wieder im Grasengrund. Und obwohl er ganz alterstypisch ein etwas schlanker Jüngling ist, erkennt man, dass er ein wunderschönes Pferd geworden ist. Das hatte sich im Fohlenalter bereits angedeutet - dabei hat sich der Hals aber schlanker entwickelt, als es zuerst aussah (wirklich schlank ist er trotzdem nicht). Charakterlich zeigt es sich, wie es sich angedeutet hatte. Von den Gängen habe ich zwar noch nicht viel gesehen, aber doch viel, viel Tölt, selten, aber dann einen lockeren Trab mit viel Hinterhand, einen gut gesprungenen Galopp und weiterhin Árvakurs guten Schritt.

 

Sommer 2018. Im Augenblick wächst er vollkommen unproportional in alle Richtungen. Es ist trotzdem zu sehen, dass er ein schönes Pferd ist. Der Gang leidet aber dadurch etwas: Trab habe ich lange nicht gesehen. Tölt ist satt da. (Rennpass, Galopp, Schritt sind immer gut gewesen und auch weiter gut da.) Charakterlich ist er sehr, sehr freundlich. Ich denke aber nicht, dass er ein top Sport- und FIZOhengst sein wird, so gern wie ich ihn auch habe. So sehe ich die Perspektive im Augenblick in einem wunderba-ren, einfachen Reitwallach, der einem Freizeitreiter viel Freude bringen, aber im Pass und Tölt sicher auch gut auf einem Turnier gezeigt werden könnte.

 

Aber auch das ist nur eine Momentaufnahme. Von einem befreundeten Züchter und Hofbesitzer hatte ich immer wieder den Ratschlag bekommen, ihn als Hengstperspektive großzuziehen und Árvakur dann durch ihn zu ersetzen. Also: Es gibt auch noch ganz andere Sichtweisen auf den jungen Hengst.

 

Und anders als es als Fohlen aussah: Im Augenblick glaube ich nicht, dass er die 1,40 erreicht. Sicher kann man es - wie schon so oft gesagt - nicht prognostizieren. Er ist ja auch erst ein Zweijähriger und nach meinen bisherigen Erfahrungen wachsen manche schnell und dann weniger, manche recht kontinuierlich und manche in Schüben. Trotzdem vermute ich im Augenblick eher ein Endmaß um die 1,37. Im Oktober mit Wasserwaage und Zollstock gemessen war er ca. 1,31 (Stand Oktober 2018).