Dieses Jahr habe ich drei sehr, sehr gute Fohlen gezogen. Besonders die beiden Hengste sind für eine Hengstaufzucht sicher lohnenswert. Ich hatte auch schon mit dem Gedanken gespielt, sie zu behalten, da ich mir viel von ihnen verspreche. Aber das geht natürlich nicht. Alles muss im Rahmen bleiben. Aber ein bisschen wird mir das Herz dabei schwer, besonders weil ich als Jugendliche immer von einem wind-farbenen hengst mit silberner Mähne geträumt habe. Nun wäre einer da. Aber der ist ein Jugendtraum, der hat so schöne Augen und ist sooo ein Herzchen, der ähnelt der Mutterstute, der hat wahnsinnig gute Gänge... Hilft alles nichts, irgendwie muss ich mich von welchen trennen.

 

Im Video sind die drei Absetzer zu sehen:

Alvína vom Grasengrund (*23.05.2018)

= edle Freundin (ich hoffe, die Übersetzung stimmt)

V: Árvakur

M: Ljósbrá frá Brúnum


Sie hat sich toll entwickelt. Besonders im Umgang ist sie ein Schatz. Kommt auf den Menschen zu und fragt sehr freundlich, ob man sie nicht z.B. kraulen würde. Dabei ist sie nicht aufdringlich oder gar frech. Einfach sehr herzig. Fünfgängig ist sie unterwegs: Viel Tölt in verschiedenen Tempi und flotter Rennpass mit guten Bewegungen, schöner Galopp mit wahnsinnig viel Tempomöglichkeit. Und dazu kommt immer mehr guter Trab. Ich denke, eine sehr gelungene kleine Stute :-)  Das Gebäude ist schön bergauf konstruiert. Sie ist nicht ganz so sportlich wie der Papa, sondern kommt im Gebäude eher nach der Mutter.

Aber ein Fohlen und dann ein junges Pferd ist in der Entwicklung – und wie es weiter wird, das muss man sehen.

 

Die weitere Entwicklung steht auf ihrer Seite (siehe Jungstute).

Ármann vom Grasengrund (*22.06.2018)

(isl. Bote, Schutzgeist)

M: Tilfinning frá Pegasus

V:  Àrvakur


Ein kleiner Fuchshengst vom Grasengrund. Und was für ein eleganter Kerl. Árvakur als Fohlen. Und so ein kleiner Prinz Eisenherz, der die Welt mit vertrauensvollen Augen anschaut. So ein liebes, zutrauliches Wesen.   :-) Ganglich ist er etwas Besonderes und Temperament hat er auch. Ich denke, er ist speziell gut.

 

Ármann war besonders in den ersten Tagen und Wochen unheimlich anlehnungsbedürftig. Er hat immer körperliche Nähe gesucht, ohne zu drängeln. wie ein kleines Kätzchen. Das war besonders mit Tilfinning sehr süß, weil er sich z.B. immer an ihre Hinterbeine gelegt hat und sie dann ganz vorsichtig einen Schritt vor gemacht hat, um ihn ja nicht zu treten. Auch jetzt (02.09.2018) wickelt er einen mit seiner Zuneigung immer wieder um den Finger. Es kann mal sein, dass er einem von der Wiese aus zuwiehert. Wenn ich die Pferde abends von der Wiese hole, läuft er nicht immer mit den anderen mit, sondern wartet oft auf mich – und letztens kam er sogar wieder runter zum Tor, das ich noch schloss.

Er ist reagibel, temperamentvoll – und für so ein junges Fohlen sehr mutig. Aber ein Fohlen und dann ein junges Pferd ist in der Entwicklung – und wie es weiter wird, das muss man sehen.

 

Ganglich ist er weiterhin wirklich gut. Z.B. auf der Fohleneintragung hatte er herausragenden Rennpass gezeigt. Tölt hat er viel, mit weiten und hohen Bewegungen, und auch im Trab eifert er seiner Mutter nach. Der Schritt kommt nach Árvakur. Der Galopp der Mutter ist durch Árvakur deutlich verbessert.

Das Aussehen ist im Augenblick wie es halt oft in diesem Alter ist. In den Einzelteilen gut - aber die passen zurzeit gar nicht zusammen. Wenn er sich aber mal etwas aufbaut, dann sieht man, dass er das Potential hat auch ein richtig Schöner zu werden.

Zwischenzeitlich hat er etwas gefremdelt. Aus der Phase kommt er aber gerade wieder heraus. Wobei ich ihn auf dem Auslauf ohne hinterherzulaufen halftern kann. Bei Fremden vermute ich aber , dass das nicht (gleich) klappt. Ist er aufgehalftert staunt man ein bisschen: Führen - auch ohne Sichtkontakt zur Herde - Hufe geben, Putzen... auch Plastiktüten o.Ä- - alles kein Problem. Am Strick reißen, wegstürmen, Steigen oder irgendetwas derart: macht er einfach nicht. Und von den vier Jungs scheint er dazu auch noch der mutigste zu sein :-)

 

Top Sportpferd oder spannender Hengstanwärter?

Æringi  vom Grasengrund (*29.06.2018)

= Schelm, Spaßvogel

M: Lilja vom Grasengrund

V: Atli frá Norður-Hvammi

    (FIZO Reiteigenschaften 8,75)


Ein kleiner Windfarbhengst vom Grasengrund. Ein eleganter Bursche, zutraulich und unerschrocken. Da fliegt ihm die Einstreu zwischen die Beine und er schaut zwar deutlich irritiert, bleibt aber einfach stehen.   :-) Und nun habe ich mich doch im Namen umentschieden, denn dieser passt deutlich besser. Dem Burschen sitzt der Schalk im Nacken. Sehr süß und herzig - aber ich denke, man muss gerade deshalb aufpassen, dass man ihm nicht zu viel durchgehen lässt. Ganglich ein feines Pferdchen: mit Fluss, Weite und Höhe und in den ersten Tagen gleichmäßig verteiltem Trab und Tölt bei schöner Haltung. Da beide Eltern fliegenden Pass besitzen, müsste aber eigentlich auch der Pass da sein. Gesehen habe ich diesen aber noch nicht. Ich finde: Gut gelungen :-)

 

Wirkte Æringi  in den ersten Tagen ausgesprochen mutig, würde ich ihn nun als durchschnittlich mutig bezeichnen. Er ist im Umgang mit dem Menschen reagibel und sensibel, wobei man bei ihm unterscheiden muss: Er ist sensibel, aber auch sehr klug. Und ich hatte den Fehler gemacht, eine kurze Zeit zu vorsichtig mit ihm umzugehen. Wie bei einem Hund habe ich dadurch seine Vorsicht verstärkt. Das habe ich nun wieder geändert – und auch er hat sich dadurch wieder geändert. Der kleine Bursche hat gutes Temperament und viel Ausstrahlung. Beim Führen hat er sich schnell kooperativ gezeigt. Aber ein Fohlen und dann ein junges Pferd ist in der Entwicklung – und wie es weiter wird, das muss man sehen.

Im Augenblick ist er ein bisschen in der Fremdlphase: Besonders bei Fremden braucht er ein bisschen, bis er warm wird. Er läuft nicht davon, aber er kommt auch nicht mehr direkt zum Schmusen, sondern schaut sich den Besuch erstmal an. Dann ist Kraulen wieder sehr willkommen. Ich denke aber, dass diese Phase auch wieder vorbeigeht. So habe ich es bei mehreren meiner Fohlen erlebt.

Ja, und schon ist die Fremdlphase vorbei :-) Überall ist eine kleine windfarbene Nase dazwischen, seufz.

 

Aeringi ist im März 2019 auf das Gestüt, auf dem schon Gára ist, umgezogen. Dort wächst er als Hengst-anwärter auf. Und die neuen Besitzer und ich hoffen sehr, dass er sich so gut entwickelt, dass er ein "richtiger" Hengst wird. Ich würde mich aus Züchterstolz, aber auch, weil ich drei Decksprünge frei habe, darüber mehr als freuen. Ich wünsche Euch alles Gute mit dem Lütten. Er hat es mit Euch wirklich großartig getroffen!